Rahmenfortbildungskonzeption
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Hintergrund

Nach den pädagogischen „Rahmenvorgaben für den Schulsport in NRW“ „stärkt das Schwimmen das Selbstwertgefühl, erschließt vielfältige Sportarten und hat gesundheitsfördernde, unter Umständen sogar lebensrettende Bedeutung bis ins hohe Alter“¹. Das Schwimmen ist – ebenso wie das Schreiben und Lesen – eine Kulturtechnik, die im Rahmen des pädagogischen Bildungs- und Erziehungsauftrages der Schule möglichst allen Kindern und Jugendlichen vermittelt werden soll. Der Inhaltsbereich „Bewegen im Wasser – Schwimmen“ ist daher obligatorischer Bestandteil der Richtlinien und Lehrpläne für das Fach Sport aller Schulstufen. Zu den Zielen des Schwimmunterrichts der Primarstufe gehört es, dass alle Kinder spätestens in der Jahrgangsstufe 4 sicher schwimmen können.

Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen belegen allerdings eine abnehmende Schwimmfähigkeit der Kinder und Jugendlichen² und eine nicht zuletzt daraus resultierende hohe Zahl an Ertrinkungstoten. Bei der Ursachenanalyse rücken auch Defizite im Bereich des schulischen Schwimmunterrichts in den Blick. Vor diesem Hintergrund haben das Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW, die Träger der gesetzlichen Schülerunfallversicherung in NRW und der BKK Landesverband NRW als Träger des „Handlungsprogramm(s) zur Sicherheits- und Gesundheitsförderung im Schulsport in NRW“ eine Offensive zur Qualitätsentwicklung des schulischen Schwimmunterrichts gestartet.

Die vorliegende Fortbildungskonzeption soll einen Beitrag zur nachhaltigen Stärkung und Qualitätsentwicklung des schulischen Schwimmunterrichts leisten. Die entsprechenden Fortbildungs- angebote wenden sich an Lehrkräfte, die den Inhaltsbereich „Bewegen im Wasser – Schwimmen“ im Rahmen des Sportunterrichts vermitteln oder vermitteln wollen. Das Ziel dieser Maßnahmen ist die Qualifizierung dieser Lehrkräfte für einen sicherheits- und gesundheitsförderlichen Schwimmunterricht. Daher liegt der Schwerpunkt dieser Konzeption in der Planung und Gestaltung von Lern- und Übungssituationen, welche die gesamte Bewegungsvielfalt des Inhaltsbereiches unter den „Pädagogischen Perspektiven auf den Sport in der Schule“ und den „Prinzipien eines erziehenden Sportunterrichts“ entfalten. Dabei wird berücksichtigt, dass insbesondere an Grund- und Förderschulen der Schwimmunterricht oftmals auch von Lehrkräften erteilt wird, die über eine nur unbefriedigende fachliche Qualifikation verfügen.

 

¹ Richtlinien und Lehrpläne für die Grundschule, S. XXXVII, Schriftenreihe Schule in NW, Nr. 2009


² vgl. Fritz, T./Kurz, D.: Die Schwimmfähigkeit der 11-Jährigen. In: Betrifft Sport 28 (2006) 6, S. 5ff