Belastungen beim Schweißen
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Schweißen und Schneiden sind die besten Methoden, um Werkstoffe aus Metall unlösbar miteinander zu verbinden oder wieder zu tren- nen.

Die beiden gebräuchlichsten Schweißverfahren sind die autogene (Gas-)Schweißung und die elektrische Lichtbogenschweißung. Bei beiden Verfahren werden die Stoßkanten der zu verschweißenden Teile angeschmolzen und miteinander verbunden. Beim Autogen- schweißen wird dazu eine Flamme aus Sauerstoff mit einem Brenn- gas (z. B. Acetylen) verwendet. Dieses Verfahren ist deshalb so gefährlich, weil Acetylen schnell brennt und der Sauerstoff die Ver- brennung auch noch fördert.

Beim Lichtbogenschweißen wird ein elektrischer Lichtbogen als Wärmequelle genutzt. Der Lichtbogen entsteht beim Überschlag des elektrischen Stromes von der Stabelektrode zum Werkstück. Durch die hohe Temperatur des Lichtbogens (3600 bis 4200 °C) wird das Metall geschmolzen. Gleichzeitig schmilzt die Elektrode als Zusatz- werkstoff ab.
Die Hauptgefahren liegen hier im Umgang mit dem elektrischen Strom, der ultravioletten Strahlung und den Schweißrauchen, die giftig, krebserzeugend und lungenbelastend sein können.

Nach Abschnitt I-10.4 RISU-NRW sind insbesondere folgende Schutz- maßnahmen zu beachten:

Beim Schweißen ist dafür zu sorgen, dass die Atemluft von unzu- träglichen Konzentrationen an gesundheitsgefährdenden Stoffen frei gehalten wird.

Beträgt die Brenndauer der Schweißflamme bzw. des Lichtbogens bei nicht ortsgebundenen Schweißverfahren nicht mehr als eine halbe Stunde pro Tag oder nicht mehr als zwei Stunden pro Woche, können diese Bedingungen auf folgende Weise erreicht werden:

Natürliche Raumlüftung (Fensterlüftung) sowie Verwendung unle- gierter oder niedrig legierter Stähle mit einem Massenanteil von w < 5 % an Chrom oder Nickel.

Bei längeren Schweißarbeiten sowie für das Schweißen an hoch- legierten oder beschichteten Stählen (z. B. Stähle mit Farb- oder Kunststoffüberzügen, verzinkte Stähle) sind die Gefahrstoffe unmit- telbar an ihrer Entstehungsstelle abzusaugen (z. B. ins Freie oder über ein geeignetes Schweißrauchfiltergerät, das geeignet ist zur Absaugung von krebserzeugendem Schweißrauch).

Für Lichtbogenhandschweißen, MIG- und MAG-Schweißen ist eine technische Lüftung erforderlich.

Beim Schweißen im Freien sind die Lüftungsanforderungen in der Regel durch die natürliche Luftbewegung gewährleistet.