Fenster

 Allgemeine Anforderungen

Die Gestaltung von Fenstern soll sich positiv auf das Wohlbefinden und die Leistungsbereitschaft von Lernenden und Lehrenden auswirken. Deshalb müssen sie so gestaltet sein, dass eine gute natürliche Belichtungssituation in Unterrichtsräumen gegeben ist. Weiterhin müssen sie eine gute Raumluftqualität ermöglichen, dies kann fast immer durch eine natürliche Lüftung erreicht werden.

Trotzdem dürfen von Fenstern sowohl beim Öffnen und Schließen als auch in geöffnetem Zustand keine besonderen Gefährdungen für Schülerinnen und Schüler ausgehen.

So sind z. B. Kipp- und Schwingflügel gegen Herabfallen zu sichern. Schwingflügel müssen mit Öffnungssicherungen versehen sein, die ein Überschlagen verhindern. An Schiebefenstern sind Quetsch- und Scherstellen zu vermeiden.

Auch für die Fenster gilt die Forderung, dass Verglasungen bis 2 m Höhe bruchsicher ausgeführt sein müssen. Fensterscheiben mit einer festen Brüstung mit mindestens 80 cm Höhe und einer Fensterbanktiefe von mindestens 20 cm gelten als ausreichend abgeschirmt. In diesem Fall kann auf die Verwendung von bruchsicheren Materialien verzichtet werden. Die Abschirmung wirkt dann allerdings nur bei geschlossenen Fenstern. Aus diesem Grund muss diese Variante mit einem Öffnungsbegrenzer kombiniert werden, der das Hineinragen des Fensters in den Unterrichtsraum verhindert.

Auf Öffnungsbegrenzer kann nur verzichtet werden, wenn die Verglasungen bruchsicher ausgeführt sind und gleichzeitig die Rahmenprofile nicht scharfkantig beschaffen sind. Gerundete Rahmenprofile reduzieren die Schwere von Verletzungen bei Anstoßen und Dagegenlaufen.

Bei Fenstern ab dem ersten Obergeschoss muss vermieden werden, dass Schülerinnen und Schüler aus geöffneten Fenstern stürzen können. Eine Sicherung gegen Absturz ist gegeben, wenn eine ausreichend hohe Brüstung oder brüstungsähnliche Vorrichtungen in mindestens 1 m Höhe vorhanden sind.

Bei Absturzhöhen über 12 m muss die Höhe der Umwehrung mindestens 1,10 m betragen. Schul- und baurechtliche Regelungen der einzelnen Bundesländer sind zusätzlich zu beachten.

Beschläge (Griffe, Hebel, Schlösser)

Griffe, Hebel und Schlösser müssen so beschaffen und angeordnet sein, dass durch bestimmungsgemäßen Gebrauch Gefährdungen vermieden werden. Die sichere Beschaffenheit und Anordnung von Beschlägen wird erreicht, wenn folgende Aspekte bei der Auswahl und Montage beachtet werden:

  • Griffe und Hebel sind gerundet und mit einem Abstand von mindestens 2,5 cm zur Gegenschließkante angeordnet. Bei Glas- bzw. Rahmentüren kann dies mit verkröpften Beschlägen erreicht werden.
  • Hebel für Panikbeschläge sind seitlich drehbar oder als Wippe ausgebildet.
  • Hebel für Oberlichtflügel sind zurückversetzt in der Fensternische angeordnet. Sie sind ebenfalls mit einem Abstand von mindestens 2,5 cm zu angrenzenden Bauteilen einzubauen.
  • Griffe und Hebel können von einem sicheren Standort aus betätigt werden.

Fensterbeschläge sollten für eine leichte Erreichbarkeit in einer Höhe von 85 bis 90 cm, jedoch nicht höher als 1,05 m angeordnet werden.


Bestand

Ältere Schulen verfügen möglicherweise über Fenster, die nach Brandschutzkonzept bzw. Baugenehmigung als zweiter Rettungsweg dienen und z. B. als eine mit Rettungsgeräten der Feuerwehr erreichbare Stelle vorgesehen sind. Diese Fenster dürfen nicht abschließbar oder mit Öffnungsbegrenzern ausgestattet werden.

In Abstimmung mit der zuständigen Brandschutzdienststelle/Feuerwehr sollte im jeweiligen Klassenraum immer das Fenster für den zweiten Rettungsweg ausgewählt werden, das am nächsten zum Lehrerpult bzw. zur Tafel hin angeordnet ist und zur Wand hin aufschlägt.

Öffnungen in Fenstern, die als Rettungswege dienen, müssen im Lichten mindestens 0,90 m x 1,20 m groß und dürfen nicht höher als 1,20 m über der Fußbodenoberkante angeordnet sein. Zudem müssen Notausstiege gekennzeichnet sein und die Fensterbänke sind frei zu halten.

Führt der zweite Flucht- und Rettungsweg über ein Fenster auf eine benachbarte Dachfläche, so sind sichere Auf- und Abstiege innen und außen bis zum Erreichen der Sammelstelle erforderlich. Dachflächen, über die zweite Fluchtwege führen, müssen den bauordnungsrechtlichen Anforderungen an Rettungswege entsprechen. Sicherungsmaßnahmen auf der Dachfläche können beispielsweise Absturzsicherung und die Vermeidung von Stolperstellen sein.

Weitere Hinweise zu den Anforderungen an die Evakuierung finden sich unter  Flucht- und Rettungswege und zu den Anforderungen an Verglasungen unter Verglasungen.

Sonnenschutz/Verdunklung

Fensterflächen, die nicht über eine ausreichende Sonnenschutzverglasung verfügen, sind so abzuschirmen, dass eine Aufheizung des Klassenraums vermieden wird. Dies kann z. B. durch außen liegende Sonnenschutzelemente erreicht werden.

Die Flucht- bzw. Rettungswegfunktion von Fenstern oder auch Türen darf jedoch nicht durch Sonnenschutz- und Verdunklungselemente beeinträchtigt werden.

Dies wird bei manuell betriebenen Elementen erreicht, indem sie direkt auf dem Fensterrahmen angeordnet werden.

Bei elektrisch betriebenen Sonnenschutz- und Verdunklungselementen ist darauf zu achten, dass die Fluchtwege auch bei Stromausfall jederzeit begangen werden können.

Von außen liegenden Sonnenschutz- und Verdunklungselementen, die sich in Verkehrs- und Aufenthaltsbereichen der Schülerinnen und Schüler befinden, dürfen keine Gefährdungen, wie beispielsweise durch Scharfkantigkeit, ausgehen.