Möblierung

Moderne Unterrichtsräume zeichnen sich dadurch aus, dass unterschiedliche Lern- und Unterrichtssituationen durch schnelles Umstellen der Möbel eingerichtet werden können. Um wechselnden Anforderungen gerecht zu werden, können z. B. mit Raumteilern bzw. Stellwänden neue Räume entsprechend den Aktivitäten der Schülerinnen und Schüler gestaltet werden. Die Verwendung von Stellwänden mit schallabsorbierenden Eigenschaften wirkt sich positiv auf die akustische Situation im Lernraum aus.

Gruppenarbeiten, individuelle Förderung und gemeinsame Unterrichtseinheiten sind dann nach Bedarf durchführbar. Eine flexible Lernlandschaft ermöglicht so die Umsetzung unterschiedlicher pädagogischer Konzepte. Deshalb sollte bei der Auswahl der Möbel darauf geachtet werden, dass neben der Einhaltung der ergonomischen Anforderungen diese auch schnell und leicht verschoben werden können, sodass sie variabel im Raum einsetzbar sind. Dies ist bei mit Rollen ausgestatteten Möblierungen der Fall.

Tische und Stühle

Kinder wachsen ganz unterschiedlich schnell. So können die Größenunterschiede selbst innerhalb einer Klasse oft erheblich sein. Deshalb sind für die Schülerinnen und Schüler auf deren unterschiedliche Körpermaße abgestimmte Tische und Stühle bereitzustellen. Das verwendete Mobiliar sollte anpassbar sein.

Nach den bisherigen Vorgaben soll in den Klassenräumen eine ausreichende Anzahl verschiedener Tisch- und Stuhlhöhen zur Verfügung gestellt werden. Die Tische und Stühle sind entsprechend der Farbmarkierung der Norm für die Bereitstellung von „Möbel – Stühle und Tische für Bildungseinrichtungen“ aufeinander abzustimmen. Hinweise zur Umsetzung der Vorgaben finden sich in der Schrift „Klasse(n)- Räume für Schulen“. Mit dem in den meisten Schulen vorhandenen Mobiliar kann das in der Regel nicht realisiert werden. Um der Individualität der Körpergrößen gerecht zu werden und die Bereitstellung einer größeren Anzahl verschieden hoher Stühle und Tische zu vermeiden, sind stufenlos höhenverstellbare Stühle und Einzeltische zu bevorzugen.

Da in den Schulen viele Arbeitsaufgaben im Sitzen stattfinden, kann dies zu einer erhöhten Belastung der Wirbelsäule und der Rückenmuskulatur führen. Langfristig können so Haltungsschwächen und Haltungsschäden entstehen, die zu Rückenschmerzen führen. Um den Belastungen entgegenzuwirken, sollten die Stühle drehbar sein und ein dynamisches Sitzen ermöglichen, das heißt, den Wechsel zwischen hinterer und vorderer Sitzposition sowie eine Seitwärtsneigung zulassen.

Die Höhe der Schülertische ist an die jeweilige Körpergröße der Schülerinnen und Schüler anzupassen und erlaubt somit ein ergonomisches Arbeiten im Sitzen. Einige Hersteller bieten auch Tische an, die so weit höhenverstellbar sind, dass auch ein Arbeiten im Stehen möglich ist. Dieser Haltungswechsel ist nicht nur gesundheitsförderlich, er trägt auch zu körperlicher und geistiger Mobilität bei. Ergänzend sollten die Lehrkräfte die Sitzphasen auch durch die konzeptionelle Umsetzung eines bewegten Unterrichts und des gezielten Einsatzes von Bewegungspausen abwechslungsreich gestalten.

Ein entscheidendes Merkmal eines ergonomisch wünschenswerten Schülertisches ist eine um etwa 16° neigbare Tischplatte.

Für die richtige Handhabung des Mobiliars sollten die Schülerinnen und Schüler von den Lehrkräften in die Notwendigkeit und Bedienbarkeit zur Einstellung der Tische und Stühle auf die individuelle Körpergröße eingewiesen und eingebunden werden. Die körpergerechte Anpassung der Tische und Stühle sollte halbjährlich überprüft werden.

Der Beinfreiraum muss bei barrierefrei gestalteten Tischen folgende Maße aufweisen.


Der Lehrerarbeitsplatz ist mit einem Drehstuhl und einem Tisch auszustatten, die ebenfalls höhenverstellbar sind. Bei entsprechender Variabilität kann der höhenverstellbare Lehrertisch einerseits die individuelle Einstellung auf die Körpergröße der Lehrkraft ermöglichen und andererseits auch von den Schülerinnen und Schülern im Stehen genutzt werden.

Die Ausstattung der Schüler- und Lehrertische mit Rollen erleichtert die Handhabung und gewährleistet eine flexible Aufstellung im Raum für verschiedene Unterrichtsarrangements, wie Gruppenarbeit oder Werkstattunterricht.

Schränke für Schulranzen

Die Unterbringung von Schulranzen und -taschen in Regalen auf Rollen ist zu bevorzugen, da hierdurch sogenannte Stolperfallen durch die am Boden liegenden Ranzen und Taschen vermieden werden. Diese fahrbaren Regale können auch als Raumteiler für die flexible Gestaltung des Klassenzimmers genutzt werden. Für die Unterbringung der Arbeitsmaterialien sollte jede Schülerin und jeder Schüler ein eigenes Schubfach besitzen, das im fahrbaren Regal aufbewahrt werden kann.

Weitere Einrichtungsgegenstände

Weitere Einrichtungsgegenstände in Klassenräumen wie ein Medienschrank, Schränke für Unterrichtsmaterialien oder Stellwände sollten ebenfalls mit Rollen ausgestattet werden, um jederzeit eine schnelle Umgestaltung des Raumes vornehmen zu können. Von den Einrichtungen dürfen keine Verletzungsgefahren ausgehen.

Stellwände können auch mit einer schallabsorbierenden Oberfläche, z. B. mit einer Stoffbespannung, zur Verbesserung der Raumakustik beitragen und zur Abtrennung von Gruppen- und Einzelarbeitsplätzen für Schülerinnen und Schüler herangezogen werden.

In bestehenden Klassenräumen kann es sinnvoll sein, dreieckige oder trapezförmige Tische einzusetzen, die auch als Sitzgruppen für vier oder sechs Schülerinnen und Schüler zusammengestellt werden können. Durch die veränderte Tischgeometrie werden etwa drei bis vier Quadratmeter weniger Grundfläche beansprucht und eine deutlich flexiblere Positionierung von Sitzgruppen im Raum ermöglicht. Sind die Tische mit Rollen ausgestattet, können schnell und unkompliziert neue Raumkonzeptionen geschaffen werden.

Die dreieckigen Tische haben den Vorteil, dass sie stapelbar sind und somit eine noch flexiblere Nutzung des Raumes ermöglichen. Auf eine ausreichende Kippstabilität ist bei der Anschaffung von Dreieckstischen zu achten.

Bei Verwendung nicht höhenverstellbarer Dreieckstische sollten Stühle mit unabhängig voneinander höhenverstellbaren Sitzflächen und Fußauflagen eingesetzt werden, um eine individuelle Anpassung an die Schülergrößen zu gewährleisten. Ein Nachteil von Dreieckstischen besteht darin, dass es aufgrund der Tischgeometrie kaum möglich ist, zwei DIN-A4-Hefte, z. B. Schreibheft und Unterrichtsbuch, versetzt übereinanderzulegen. Als Einzelarbeitstische sind diese Tische deshalb weniger geeignet.

Im Hinblick auf eine ergonomische Sitzhaltung ist jedoch die Höhenverstellung von Tisch und Stuhl zu bevorzugen. Dadurch können die Füße der Schülerinnen und Schüler auf dem Boden stehen, haben mehr Bewegungsfreiheit und ein aktives dynamisches Sitzen wird ermöglicht. Auf Fußablagen kann dann verzichtet werden. Die individuelle Höhenverstellung der Tische hat allerdings den Nachteil, dass bei Zusammenstellung unterschiedlich hoher Tische zu Sitzgruppen keine durchgängig ebene Tischfläche entsteht.

Ergonomische Schulmöbel allein können durch das Sitzen hervorgerufene körperliche Belastungen nicht verhindern. Auch optimales und normgerechtes Mobiliar kommt nur mit einer gesundheitsbewussten Einstellung, mit dynamischen Sitzweisen und alternativen Sitzformen wirklich zur Geltung. Zur Vermittlung dynamischer Sitzweisen und alternativer Sitzformen können zeitweise auch Sitzbälle eingesetzt werden.

Der ergonomisch wünschenswerte Schülerstuhl soll über die richtige Sitzhöhe hinaus unterschiedliche Sitzpositionen ermöglichen:

  • die mittlere Sitzposition als ideale, aufrechte Lesehaltung
  • die rückwärtige Sitzposition als Ruhe- und Zuhörhaltung
  • die vordere Sitzposition als Arbeitshaltung beim Schreiben und Lesen
 

Erläuterungen zum Bild

A) Sitzhöhe:
Das Kind muss mit beiden Füßen den Boden vollständig berühren. Die Oberschenkel müssen waagerecht auf der Sitzfläche aufliegen.

B) Sitztiefe:
Kniekehle und Unterschenkelrückseite dürfen die Vorderkante der Sitzfläche nicht berühren.

C) Tischhöhe:
Die Ellbogenspitze muss sich bei herunterhängenden Armen in Tischplattenhöhe befinden.

D) Beinfreiraum:
Zwischen Tischunterbau und Oberschenkel muss Bewegungsspielraum bleiben.


Zukunftsorientierte Merkmale

Während u. a. die Norm von 1981 (DIN ISO 5970) von einer physiologisch richtigen Sitzhaltung ausgeht, berücksichtigt die europäische Norm zu Tischen und Stühlen (DIN EN 1729-1) daneben das dynamische Sitzen durch unterschiedliche zulässige Sitzwinkel.

Darüber hinaus sind die Größenklassen für Schulmöbel neu definiert und zusätzlich die Klasse 7 mit der Farbkennung „braun“ für sehr große Schüler eingeführt.

Die folgenden Tabellen enthalten Maße für Stühle und Tische der europäischen Norm DIN EN 1729-1 und der zurzeit noch gültigen DIN ISO 5970 im Vergleich (auszugsweise, Maße in cm).

Werden keine höhenverstellbaren Tische eingesetzt, sind für Schülerinnen und Schüler, die in einem Rollstuhl sitzen, Tische mit blauer Farbkennzeichnung zu verwenden.