Kugelstoß- und Wurfanlagen

SF Kugelstoß- und Wurfanlagen

Menschen möchten ihre Leistungen gerne einordnen. Hierzu finden sie Vergleichs- und Bewertungssysteme, um festzustellen, wer z. B. einen Gegenstand am weitesten werfen, stoßen oder schleudern kann. Bereits in der Antike fanden Wurf- und Stoßwettbewerbe mit Steinen statt. Heute werden im Schulsport unterschiedlichste Gegenstände wie z. B. Bälle, Frisbees, Kugeln, Speere, Diskusse oder Hämmer verwendet.

In der modernen Leichtathletik gibt es vier Wurfdisziplinen: Kugelstoßen, Hammer-, Diskus- und Speerwerfen. Je nach Schulform und Anforderung aus den Richtlinien und Lehrplänen der einzelnen Bundesländer sind für den Schulsport die erforderlichen Anlagen vorzuhalten. Diese sollten den Anforderungen der Sportfachverbände und den Vorgaben zu Leichtathletikanlagen aus der Norm für Sportplätze entsprechen. Abweichungen von den vorgegebenen Maßen der Sportverbände für eine schulische Nutzung sind zwischen  Schulträger, Schulleitung, Fachplanerin bzw. Fachplaner, Sportvereine und anderen Nutzerinnen und Nutzern der Anlage abzustimmen.

Folgende Anforderungen gelten für die Leichtathletikanlagen:

Kugelstoß

Eine Kugelstoßanlage besteht aus einem Stoßkreis, einem Stoßsektor und einer Sicherheitszone.

Stoßkreis

  • Ist betoniert, asphaltiert oder aus einem anderen festen, rutschhemmenden Material
  • Ist eben auszuführen und muss 2 cm tiefer liegen als die Oberseite des Kreisringes
  • Sollte einen inneren Durchmesser von ca. 213,5 cm haben

Der Stoßbalken (weiß, 10 cm hoch, aus Holz oder anderem geeigneten Material) ist unmittelbar am Stoßkreis auf dem Stoßsektor fest anzubringen und muss innenbündig mit dem Stoßkreis sein

Quelle: in Anlehnung an die DIN 18035-1
Freianlagen für Spiele und Leichtathletik

Stoßsektor

  • Ist in einem Material auszuführen auf dem das Gerät einen Abdruck hinterlässt. Geeignet sind hierfür z. B. Tennenbeläge, Rasen oder Sand
  • Sollte sich bei neuen Anlagen in einem Winkel von 40° bezogen auf den Mittelpunkt des Stoßkreises öffnen, bei älteren Anlagen können die Winkel aufgrund der Normung bis zu 45° betragen
  • Ist für den Schulsport mindestens 20 m bzw. für Wettkampfanlagen 25 m lang auszuführen

Sicherheitszone

Zum Schutz der Sportler und Sportlerinnen ist umlaufend eine Sicherheitszone von 2 m um die Kugelstoßanlage zu gewährleisten.

Sicherheitshinweise

Das Stoßen darf nur unter Aufsicht stattfinden. Der Aufschlagbereich (Stoßsektor) muss währenddessen frei von Personen sein.

Das Betreten des Sektors (Gefahrenbereich) ist verboten, solange das Wurfgerät noch nicht gelandet ist.

Die Stoßgeräte dürfen nicht zurückgestoßen oder -geworfen werden.

Die Oberflächen der Kugeln müssen glatt sein und sollten der Rauigkeitsklasse N7 oder weniger entsprechen.

Weitere Informationen zur Sicherheit im Unterricht finden sich unter Leichtathletik –  Werfen sowie unter Lehrkraft.

 

Speerwurf und Schlagballweitwurf

Speerwurfanlagen bestehen aus einer Anlaufbahn und dem Wurfsektor.

Quelle: in Anlehnung an die DIN 18035-1
Freianlagen für Spiele und Leichtathletik

Anlaufbahn:

  • Sie sollte eine Länge von 36,5 m aufweisen, jedoch mindestens 30 m lang sein
  • Sie ist mindestens 4 m breit auszuführen
  • Der Abwurfbogen ist dauerhaft zu kennzeichnen (Markierung) oder in einem nicht korrodierenden Material z. B. Holz oder Plastik auszuführen
  • Jenseits des Abwurfbogens sollte der Kunststoffbelag mindestens 60 cm fortgeführt werden

Sektor

  • Er ist in einem Material auszuführen, auf dem das Gerät einen Abdruck oder Einstich hinterlässt. Geeignet sind hierfür z. B. Tennenbeläge oder Rasen.
  • Der Wurfsektor sollte sich in einem Winkel von 29° öffnen
  • Die Länge sollte in Grundschulen mindestens 50 m und in weiterführenden Schulen mindestens 70 m betragen, die Breite mindestens 25 m

Sicherheitshinweise

Das Speerwerfen darf nur unter Aufsicht stattfinden. Wurf- und Aufschlagbereich müssen während des Wurfes frei von Personen sein.  Das Betreten des Sektors (Gefahrenbereich) ist verboten, solange das Wurfgerät noch nicht gelandet ist.

Alle Personen an den Sektorlinien haben den Flug des Wurfgerätes zu verfolgen, um Gefahren für sich selbst zu erkennen und falls erforderlich den Abstand zum Wurfsektor zu vergrößern oder auch andere sich außerhalb der Sektoren befindliche Personen im Gefahrenfall zu warnen.

Die Speere dürfen nicht zurückgeworfen werden. Schlagbälle sollten zurückgerollt werden.

Der Einsatz von Übungsspeeren wird empfohlen, hierdurch lassen sich Verletzungen bei unsachgemäßer Nutzung reduzieren.

Müssen Speere über längere Distanzen bewegt werden, sollten Hilfsmittel wie Speerwagen genutzt werden.

Weitere Informationen zur Sicherheit im Unterricht finden sich unter Leichtathletik –  Werfen sowie unter Lehrkraft.

 

Hammer- und Diskuswurf

Hammer- und Diskuswurfanlagen besteht aus einem Wurfkreis, dem Schutzgitter und dem Wurfsektor.

Wurfkreis

  • Kann betoniert, asphaltiert oder aus anderen festem, nicht rutschigem Material sein
  • Sollte einen inneren Durchmesser von ca. 213,5 cm haben
  • Ist eben auszuführen und muss 2 cm tiefer liegen als die Oberseite des Kreisringes

Schutzgitter

Das Schutzgitter muss ausreichend hoch sein, damit niemand beim Abwurf verletzt wird. Ein Abprallen und Zurückspringen des Wurfgerätes in Richtung des Übenden wird durch die Beschaffenheit des Schutzgitters verhindert. Schutzgitter sind regelmäßig auf Risse, Löcher, ordnungsgemäße Aufhängung und Maschenzugfestigkeit des Auffangnetzes zu überprüfen.

Wurfsektor

  • Ist in einem Material auszuführen, auf dem das Gerät einen Abdruck oder Einstich hinterlässt. Geeignet sind hierfür z. B. Tennenbeläge oder Rasen.
  • der Wurfsektor sollte sich in einem Winkel von 34,92° öffnen
  • die Länge sollte mindestens 70 m betragen    

Sicherheitszone 

Beim Diskus- und Hammerwurf ist eine Sicherheitszone von 2 m außerhalb des Schutzgitters bzw. 6 m vom Kreismittelpunkt einzuhalten.

Sicherheitshinweise

Das Werfen darf nur unter Aufsicht stattfinden. Der Aufschlagbereich (Sektor) muss bis zur Landung des Sportgerätes frei von Personen sein. Alle Personen an den Sektorlinien haben den Flug des Wurfgerätes zu verfolgen, um Gefahren für sich selbst zu erkennen und falls erforderlich den Abstand zum Wurfsektor zu vergrößern oder auch andere außerhalb der Sektoren befindliche Personen im Gefahrenfall zu warnen.

Die Wurfgeräte dürfen nicht zurückgeworfen werden.