Fußball/Futsal

Fußball gehört neben Volleyball und Basketball zu den Spielen, die im Rahmen des Schulsports am häufigsten gespielt und unterrichtet werden. Die Möglichkeiten des Fußballspiels zur Beeinflussung der kindlichen Entwicklung und zur Vermittlung sicherheits- und gesundheitserzieherischer Fähigkeiten und Kenntnisse werden dabei jedoch oftmals nicht in vollem Umfang ausgeschöpft. Zu sehr orientiert sich der Schulfußball am außerschulischen, normierten Sport und zu wenig stehen die Interessen und Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler im Vordergrund.

Aus Sicht der gesetzlichen Unfallversicherung gilt es, die hohe Unfallhäufigkeit beim Fußball in der Schule zu reduzieren. Das Unfallrisiko ist hier unter allen Ballsportarten am höchsten und somit offensichtlich besonders groß. Bei Kindern kommt es vor allem zu Verletzungen der Arme und Hände sowie des Kopfes. Diese Verletzungen sind zumeist Folge eines Sturzes oder Zusammenpralls mit einem Mit- oder Gegenspieler. Ursächlich für diese Unfälle sind sehr häufig Defizite im koordinativen Bereich. Diese können beispielsweise durch gezielte Spiel- und Übungsformen z. B. im Rahmen der sogenannten „kleinen Spiele" verbessert werden.

Futsal für mehr Sicherheit im Schulsport

Futsal, die offizielle Hallenfußballvariante des Weltverbandes FIFA, kann helfen, die Anzahl an Schulsportunfällen im Fußball zu reduzieren. Durch den besonderen Ball, der im Vergleich zu einem Fußball oder Hallenfilzball weniger springt, lassen sich auch bei Spielanfängerinnen und Spielanfängern schnell Lernerfolge erzielen.

Die Einführung und Nutzung des Futsalballs und der Futsalregeln schaffen folglich Voraussetzungen, von denen Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte profitieren können. Das Futsalspiel stellt aus Sicht der Schülerunfallversicherungsträger eine gute und sichere Alternative zum herkömmlichen Hallenfußball im Schulsport dar. Es bietet gerade für heterogene Gruppen wie Schulklassen die Möglichkeit, ein faires Spiel ohne Körperkontakt zu gestalten, denn die Regeln fördern ein laufintensives und kommunikatives Miteinander.


Nachfolgende Punkte sprechen für Futsal als Fußball-Schulsportvariante:

  • Es ist weniger verletzungsgefährlich, da es weitgehend ohne Körperkontakt gespielt wird.
  • Alle Schülerinnen und Schüler erleben mehr Spielanteile und erfolgreiche Aktionen.
  • Die Futsalregeln bieten eine sehr gute Möglichkeit, Fairplay zu vermitteln.
  • Die Schülerinnen und Schüler können respektvolle Auseinandersetzungen austragen, Verständnis füreinander aufbringen und Hemmungen abbauen.
  • Im Rahmen integrativer Spielvermittlungskonzepte werden Handlungen realisiert.
  • Der Futsalball ist aufgrund seiner Eigenschaften weniger angsteinflößend.
  • Der Ball wird weniger geprellt und dadurch wird die Lärmsituation verbessert. Dies wirkt sich auch positiv auf die Lärmbelastungen von Sport unterrichtenden Lehrkräften aus.

Beim Einsatz eines Original-Futsall-Balles ist aber trotz aller Vorteile auch zu beachten, dass der Ball kleiner und schwerer als ein Fußball ist und somit bei harten Schüssen Verletzungen verursacht werden können.


Fußball: methodische Maßnahmen und Hilfen

Wenn Lehrerinnen und Lehrer im Sportunterricht Fußball unterrichten, sollten sie möglichst darauf achten, dass sich die Auswahl der Spiel- und Übungsformen an den Fähigkeiten und Wünschen der Schülerinnen und Schüler orientiert. Ebenso sollten grundsätzliche methodische Prinzipien, wie
z. B. „vom Leichten zum Schweren“ oder „vom Bekannten zum Unbekannten“, berücksichtigt werden, um Über- und Unterforderungen zu vermeiden. Vor allem aus Gründen der Unfallprophylaxe sollten darüber hinaus folgende Hinweise Beachtung finden:

1. Aufwärmen  – nicht kalt starten, sondern warm laufen 

Richtiges Aufwärmen wirkt nicht nur verletzungsprophylaktisch, sondern bereitet die Schülerinnen und Schüler auch physisch und psychisch auf die bevorstehenden Beanspruchungen des Unterrichts vor.

2. Erklärungen demonstrieren 

Die Spielanweisung ist sehr einfach zu halten. Die Spielaufgabe ist zu demonstrieren und nach einer Unterbrechung kann die aktuelle Situation erläutert werden.

3. Zeit geben zur Aufgabenrealisation 

Es ist wichtig, Kindern und Jugendlichen Zeit zu geben, damit sie eigene Lösungen finden. Dies fördert den Aufbau von Selbstständigkeit und Kreativität.

4. Lernen durch Beobachten

Passiven Spielern sollten Beobachtungsaufgaben gestellt werden, um sie am Geschehen zu beteiligen. Im Anschluss sollten die Beobachtungen  besprochen werden.

5. Kleine Spielgruppen

Kleine Gruppen erleichtern die Orientierung. Gerade bei jungen Schülerinnen und Schülern ist dies angesichts der hohen Komplexität angebracht.

Je mehr Platz die Jugendlichen haben, umso mehr Zeit haben sie den Ball wahrzunehmen, diesen zu kontrollieren und das Spiel zu analysieren.

Je mehr Tore angespielt werden können und je größer ein Tor ist, desto leichter wird ein Torerfolg. Die Tore sollten jedoch nicht zu groß sein, weil große Tore zu Weitschüssen und zu unkontrolliertem Spiel verleiten und damit das Unfallrisiko erhöhen.

Spielt die jeweils ballbesitzende Partei in Überzahl, so erhält der ballführende bzw. angespielte Spieler mehr Spielraum und damit auch mehr Zeit zur Ballkontrolle und zum kontrollierten Abspiel.

Ausreichende Sicherheitsabstände zwischen den einzelnen Spielgruppen und Feldern verhindern gegenseitiges Stören. Die Gefahr von Kollisionen und des Hineinrollens von Bällen in benachbarte
Spielräume mit der Folge von unkontrollierten Stürzen wird dadurch erheblich verringert.

Selbst aufgestellte Spielregeln werden von Schülerinnen und Schülern grundsätzlich besser angenommen. Es ist wichtig, dass die Einhaltung der Regeln konsequent eingefordert wird.

Zum festen Bestandteil des Regelwerks bei der Einführung des Schulfußballs sollte auf jeden Fall folgende Regel gehören: Das Grätschen (Tackling) zum Ball im Rahmen eines Zweikampfes ist verboten.