Volleyball

Im Schulsport ist das Unfallrisiko beim Volleyball im Vergleich zu den anderen Ballsportarten vergleichsweise gering. Dies ist auf die beschränkte direkte Auseinandersetzung mit den Gegenspielerinnen und Gegenspielern zurückzuführen. Situationen am Netz mit Angriffs- und Blockaktionen kommen aufgrund der komplexen motorischen Anforderungen eher selten vor.

Verletzungen der Finger überwiegen beim Unfallgeschehen in der Schule. Am häufigsten kommt es beim oberen Zuspiel (Pritschen) zu Fingerverletzungen. Beim unteren Zuspiel (Bagger) treten kaum Verletzungen auf. Schülerinnen und Schüler verletzen sich in der Regel nicht zufällig. Daher sollte dem Üben von Bewegungsfähigkeiten bei der Spielvermittlung genügend Zeit eingeräumt werden.

Kleine Spielformen zur Vorbereitung des Zielspieles ermöglichen es, in überschaubaren Spielsituationen vielseitige Erfahrungen zu sammeln. Differenzierungsmaßnahmen helfen dabei, das sehr unterschiedliche Leistungsvermögen der Schülerinnen und Schüler zu kompensieren.

Beim Aufbau der Volleyballeinrichtung sind die baulichen Voraussetzungen zu beachten.

Auf eine korrekte Technikausführung sollte beim Volleyballspiel großer Wert gelegt werden. Vor allem durch eine bessere Pritschtechnik kann das Unfallrisiko einer Fingerverletzung bereits sehr deutlich gesenkt werden. Deshalb ist für eine ausreichende Bewegungsintensität beim Technikerwerb und Spielen zu sorgen.

In der Anfängerschulung sollte eher weiches Ballmaterial gewählt werden.

Zuerst sollten Schülerinnen und Schüler nicht gegeneinander, sondern miteinander spielen. Sinnvoll ist es, erst Ballkontakte zu zählen und auf eine Zählung von Punkten zu verzichten.

Die Spielfeldgrößen sind nach Könnensstand und Anzahl der Schülerinnen und Schüler flexibel festzulegen.

Die Gefährdungen beim Übertreten der Mittellinie sind aufzuzeigen. Sowohl beim Angriffsspiel als auch beim Blockspiel sind Übertretungen von Beginn an zu untersagen.

Eine großzügige Regelauslegung beim Pritschen – das Führen des Balles ist länger erlaubt – reduziert Fingerverletzungen.

In der Anfängerschulung sollte das Pritschen bei Annahme und Abwehr verboten sein. Dies gilt insbesondere, wenn bereits harte Aufschläge bzw. Schmetterschläge erfolgen.

Alle Netzberührungen im Zusammenhang mit Angriff und Abwehr sind grundsätzlich abzupfeifen.